Huffingtonpost: Tatsächlich ist das Rauchen von E-Zigaretten jedoch gesundheitsschädigend.


Berlin, 13.07.2017 Am 11. Juli 2017 veröffentlichte die Autorin Caroline Knorr (Common Sense Media) in der Huffingtonpost Online den Artikel

„5 Dinge, von denen du nicht möchtest, dass dein Kind sie im Internet lernt“ [1].

In dem Artikel wird auf die Gefahren hingewiesen, denen Kinder ggf. ausgesetzt sind, wenn sie unbetreut, unkontrolliert und selbstständig das Internet nutzen.

Unter dem Stichpunkt „Anleitungen zum Rauchen von E-Zigaretten“ führt sie aus:

„Tatsächlich ist das Rauchen von E-Zigaretten jedoch gesundheitsschädigend.“

Diese Tatsachenbehauptung wird im gesamten Artikel jedoch durch keinerlei Quellenangaben belegt.

Insgesamt legt die Wortwahl von Frau Knorr die Vermutung nahe, dass sie sich über das Thema „E-Zigaretten“ nicht vor Verfassen des Artikels informiert hat und lediglich Gerüchte wiedergibt. Allein die Bezeichnung „Rauchen“ für den Konsum einer E-Zigarette ist schlichtweg falsch, da eine E-Zigarette bei Benutzung lediglich ein Feuchtaerosol (umgangssprachlich als Dampf bezeichnet) erzeugt, keinesfalls jedoch Rauch. Es findet bei der Benutzung einer E-Zigarette kein Verbrennungsprozess statt und es entsteht somit auch kein Rauch.

Die Behauptung, die Benutzung von E-Zigaretten seien tatsächlich gesundheitsschädigend, wird jedenfalls durch keinerlei Nachweis belegt. Dass der Konsum von E-Zigaretten-Aerosol gesundheitlich unbedenklich ist, wurde durch diverse Studien nachgewiesen. Am bekanntesten ist die Studie „E-cigarettes: an evidence update A report commissioned by Public Health England“ [2], die auch als „95%-Studie“ bezeichnet wird. Eine Hauptaussage dieser Risikoanalyse ist, dass der Konsum von E-Zigaretten mindestens 95 % weniger schädlich ist, als das Tabakrauchen. Skeptiker werten nun die zu 100 % fehlenden fünf Prozentpunkte als „Nachweis“ oder zumindest als Hinweis darauf, dass der Konsum von E-Zigaretten doch eine gesundheitsschädigende Wirkung habe. Leider ist die Angabe der 95 % ohne Kenntnis der Methodik der Risikoanalyse auch irreführend, denn es ist damit keineswegs gemeint, dass die Inhalation des Aerosols bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produkts eine Gesundheitsschädigung bewirken würde. Das eingeräumte geschätzte „Restrisiko“ bezieht sich vor allem auf Risiken von Menschen, die auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagieren, auf Faktoren des allgemeinen Lebensrisikos und der möglichen Erzeugung einer Abhängigkeit von Nikotin (bei nikotinhaltigen E-Zigaretten), welche in der Wissenschaft ohnehin eher kontrovers gesehen wird und laut gängiger Einschätzung mit dem Abhängigkeitspotential von Koffein verglichen wird. [3]

Die Behauptung, der Konsum von E-Zigaretten sei gesundheitsschädigend, ohne entsprechende Nachweise oder Fallbeispiele ist jedoch haltlos. Es sind bislang noch keine konkreten Gesundheitsschädigungen durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch von E-Zigaretten bekannt geworden. Solche Fälle hätten jedoch bei einem Zeitraum von über zehn Jahren, in denen E-Zigaretten konsumiert werden, auftreten müssen, wenn man von einer gesundheitsschädigenden Wirkung ausginge.

Im Gegenteil gibt es diverse Studien und Untersuchungen, die – wenn sie seriös und realitätsnah durchgeführt wurden – nachgewiesen haben, dass das Aerosol nicht mehr risikobehaftete Faktoren aufweist, als in der Umwelt ohnehin vorhanden sind. [4] [5]

Solange der Nachweis nicht geführt wurde, dass der Konsum von E-Zigaretten tatsächlich gesundheitsschädigend ist, muss davon ausgegangen werden, dass dies nicht der Fall ist.

Diese unwahre Behauptung erscheint wie eine Form der Propaganda, insbesondere, weil sie im Zusammenhang mit der theoretischen Gefährdung von Kindern, die Videos über E-Zigaretten sehen könnten, geäußert wurde. Bestärkt werden soll der Eindruck, die Hersteller von E-Zigaretten würden insbesondere auch auf Kinder abzielen, durch die ebenfalls nicht belegte Behauptung, Prominente würden von der Industrie kostenlose E-Zigaretten bekommen, damit sie diese öffentlich benutzen.

Fazit

Frau Knorr schreibt die Unwahrheit, wenn sie behauptet, der Konsum von E-Zigaretten sei gesundheitsschädigend.

Bewertung: Falsch

 


Quellen:

[1]: http://www.huffingtonpost.de/common-sense-media/gefaehrliche-dinge-kinder-internet_b_17454816.html
archiviert: https://web.archive.org/web/20170713090310/http://www.huffingtonpost.de/common-sense-media/gefaehrliche-dinge-kinder-internet_b_17454816.html

[2]: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/457102/Ecigarettes_an_evidence_update_A_report_commissioned_by_Public_Health_England_FINAL.pdf
deutsche Übersetzung: https://www.elekcig.de/docs/Public-Health-England-E-Cigarettes-an-evidence-update-Deutsche-Uebersetzung.PDF

[3]: Prof. Dr. B. Mayer, „Wie schädlich sind E-Zigaretten?“: https://drive.google.com/file/d/0B1XBejPbx-nhYk1kZEFYd1JLRDQ/view

[4]: http://blog.rursus.de/studienliste/

[5]: http://ig-ed.org/faktensammlung/